Internationales Medien- und Kulturmanagement


Fernab großer Filmkulissen entfalten sich die fantastischen, digital erzeugten Kunstwelten von Till Nowak: Jenseits der alltäglichen Studioarbeit am Set entstanden, weckt das künstlerische Werk des deutschen Kreativkopfs Till Nowak dennoch im Auge des Betrachters unmittelbar filmische Assoziationen.

Schließlich arbeitete der 1980 in Bonn geborene Künstler bis 2015 in Hamburg und zog dann in die USA, wo er seitdem sehr erfolgreich für weltberühmte Filmstudios (Disney, Marvel etc.) in Hollywood arbeitet. Für internationale Kinofilme und Blockbuster wie Black Panther (Oscar ausgezeichnet), Midnight Special, Guardians of the Galaxie Vol. 2 und Thor: Ragnarok entwickelt er als „World Builder“ – zu deutsch: neue Welten Erschaffender – eigene digitale Erlebnisräume und Materialbestände.
Für Musikvideos wie für Katy Perrys Chained to the Rhythm und Deichkinds Think Big stellt er die Welt(en) auf den Kopf oder löst deren Elemente gleich ganz auf. Mit seinen Kurzfilmen The Centrifuge Brain Project und Dissonance ist Nowak weltweit auf Filmfestivals präsent.
Somit ist dafür gesorgt, dass sich nicht nur Kunstliebhaber für Nowak begeistern, sondern auch Fans aus anderen Kulturfeldern.

Von Los Angeles nach Kühlungsborn
Till Nowak stellt seine neuesten Werke ab 29. Juni 2019 in der Kunsthalle Kühlungsborn – direkt am kleinen aber feinen noch ganz zu entdeckenden norddeutschen Flanierstrand des Ortskerns gelegen – aus. ON OTHER PLANETS – so der Titel der Ausstellung – zeigt eine Reise in andere Sphären. Dabei geht es nicht um tatsächlich existierende Orte, sondern um psychologische, metaphorische und ironische Orte mit Bezügen zu unserer bekannten Welt, unserem Leben und unserer Zivilisation. Der Ausstellungsraum wird zum „Welten-Raum“.

Bis ins letzte technische Detail lotet dabei der Universalist im Künstler in seinem Werk die Bedingungen von Zivilisationen aus: Geschickt integriert Nowak in scheinbar gewöhnliche Situationen seine eigenen erweiterten Realitäten, die den Betrachter oft stutzen und dann auf persönliche Art und Weise reagieren lassen. Er hat darüber hinaus ein intensives Interesse an Manipulation – mal subtil, mal übertrieben – aber stehts auf wundersame Weise treffsicher.
Oft liegen den Arbeiten konkrete Anlässe, Bilder und Situationen zugrunde, die neue Geschichten hervorbringen. Diese vollziehen sich auch jenseits dessen, was das jeweilige Bild oder Video zeigen und was außerhalb des Sichtbaren und Gezeigten liegt. Wie ein roter Faden verbindet die „Geschichte hinter der Geschichte" dann die künstlerische Aussage.

Planets
Den Hauptfokus der Ausstellung bildet die Premiere der neuen Werkreihe Planets, an denen Nowak an seinem Wohnort Los Angeles in den eineinhalb Jahren vor der Ausstellung gearbeitet hat. Die Planets (2018) – Planeten – sind aufwändige, Computer-generierte Darstellungen, deren Fern- und Nahwirkung überaus unterschiedliche Inhalte zum Vorschein bringen. Nowak spielt dabei mit der extremen Detailauflösung digital erstellter Bilder, die ihre Bildinformation erst bei sehr naher Betrachtung vollständig preisgeben.

Die Einzelarbeit aus der Serie Different Sides of the Same Story (s.u. Fig. 1a) zeigt aus der Ferne betrachtet einen gekippten, mystisch vor dunklem Grund schwebenden dreieckigen Körper (nämlich einen Tetraeder) in Schwarz-Weiß. Er wirkt wie ein spitzer, kantiger Planet – bei naher Betrachtung (Fig. 1b) zeigt sich jedoch, dass das Objekt aus unzähligen einzelnen Podesten besteht, auf denen sich jeweils eine Einzelfigur befindet. Im Detail spielen sich in der „Bevölkerung“ unterschiedliche soziale Situationen ab: Während die entfärbten Figuren jeweils alleine auf ihrem eigenen Podest stehen, schauen manche von ihnen in die Ferne, während andere miteinander zu kommunizieren scheinen.
Die scharfe und präzise Lichtsituation der Serie fördert den Eindruck des fiktionalen- und Planetenhaften.
Die neuen Werke sind zudem als Bezugspunkte zu betrachten, die sich kunsthistorisch an der Idee der Einzel- und Gruppenskulptur – von Tilmann Riemenschneider über Auguste Rodin bis Stefan Balkenhol – orientieren, sowie an optischen Täuschungen – man denke an M.C. Escher oder HR Giger. Auch gibt es markante Bezüge zur Architektur- und – wie anfangs erwähnt – Filmgeschichte.

Videowerke ummanteln die surreale Atmosphäre der Bilder. In Presence (2017) vermengen sich Orte collageartig. Der Betrachter verliert fast die Orientierung und muss sich zwangsläufig mit den räumlichen Situationen auseinandersetzen, die für Nowak in seiner künstlerischen Laufbahn von Wichtigkeit waren: Hamburg, Los Angeles, Salzburg, Mainz u.a.
Alle Videowerke Nowaks stellen diese eine zentrale Frage: In welcher Welt will ich leben? In welcher lebe ich vielleicht schon? Und: Wie subjektiv ist Realität und wie manipulativ sind unsere Wahrnehmungen?

Eine Ausstellung von Claus Friede*Contemporary Arts Hamburg.

Weitere Informationen zu Till Nowak: www.tillnowak.de
Biographie Till Nowak
Weitere Informationen zu Claus Friede*Contemporary Arts: www.cfca.de

Gefördert von der Fondation Erica Sauter, Genève

Kunsthalle Kühlungsborn
Ostseeallee 48
18225 Kühlungsborn
Tel.: 038293/7540
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www.kunsthalle-kuehlungsborn.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 12:00 – 17:00 Uhr

Eröffnung: 29. Juni 2019, um 15:00 Uhr
Der Künstler ist anwesend
Laufzeit: bis 25. August 2019
Zur Ausstellung gibt es einen Katalog.
Erhältlich in der Ausstellung
und direkt zu bestellen beim Kunstverein Grafschaft Bentheim.